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Wildwasser-Impression

(Kleiner Workshop der paddeltechnischen Romantik, zum Ausklang der kalten Jahreszeit…)

Der winterliche Fluss unter dem Hügel: Klares Wasser, Sonnenstrahlen, verschneite Ufer.
Ich bin allein Zuschauer. Unten rauscht eine Walzenlandschaft, die Wellen blitzen und platschen an die Sandbank.
Ich betrachte gerade, wie sie über die Verschneidungslinie fährt. Es geht schnell. Ich bekomme nicht mit: Wann hat sie mit dem Ankanten begonnen? Klar, sie ist ein Profi…
Auch im Kehrwasser dreht sie sich noch mit kurzen Schlägen hin und her und schaut neugierig nach unten. Was kann sie im winterlichen Wasser schon interessieren?
Dann folgt eine schnelle Beschleunigung, ein perfekter Ausfahrwinkel und die Hauptströmung rast mit ihr fort. Ja, sie hat gekantet, aber eben schnell und genau im passenden Moment. Natürlich, ihr
U-Spant ist kaum seitenwasserempfindlich, aber eine Auslage muss schon sein…
Jetzt tänzelt sie in der Strömung herum: Rechts, links, rasche Umkehr und schnell stampfende Seilfähre. War es gerade ein Unterschneiden? Wie elegant! Sie ist bestimmt am Wasser geboren…
Bei ihrer Körpergröße ist die Walze fast doppelt so hoch. Sie kommt durch, - ist ja eine Routine, - und steuert auf die “V”-Spitze der Strömung an. Dort fliegt sie auf der Welle noch kurz hoch. Es muss bei ihr schon heftig zugehen! Unbeirrt und schwerelos, dreht sie um und zieht eine routinierte Seilfähre in andere Richtung durch. Ein Stein wird nebenbei umgefahren: Die Grazie selbst!
Im richtigen Winkel und flussauf angekantet, springt sie aus den sonnigen Blitzen wieder ins Kehrwasser.
Ab und zu blickt sie kurz in meine Richtung. Motiviert sie der einzige Zuschauer oder will sie lieber allein gelassen werden? Na gut, tschüss, die Dame! Ich habe was gelernt. Man kann bei den Enten viel lernen.

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